 |
Kurzbeschreibung
Rette in zahlreichen Missionen exotische Tiere mit deinem Lasso und pflege sie wieder gesund. Erforsche wundervolle Landschaften und fotografiere Tiere von deinm Land Rover aus. Gestalte deinen Spieler und deine Fahrzeuge, sammle Trophäen und vieles mehr, während du dich in deiner Ranger-Karriere hocharbeitest.
Features:
- Gib deinen Tieren einen Namen, pflege sie in deinem interaktiven Tiergehege und behalte sie im Auge, nachdem du sie wieder freigelassen hast.
- Anpassungsmöglichkeiten für deinen Charakter und dein Fahrzeug
Info:
Release: 06. November 2009
Entwickler: Fullfat
Publisher: SEGA
Genre: Action / Adventure
Player: 1 - 4
|

Review
Dass SEGA die Remakes alter Klassiker noch lange nicht ausgehen zeigt Jambo! Safari - Die Wildhüter für Nintendo Wii. Aber anstatt sich wieder ein altes Konsolengame zu schnappen, ging es nun an den zehn Jahre alten Arcade Titel. Ob Jambo! Safari in die Jahre gekommen ist, oder sich das alte Spielprinzip aufs neue bewähren kann lest ihr in unserem Test.
Als erstes werdet ihr darum gebeten einen Schwierigkeitsgrad auszusuchen. Zur Wahl stehen hier "leicht" (für - 9 Jahre) und "schwer" (ab 10 Jahre). Spätestens hier dürfte geklärt sein an welche Zielgruppe sich Jambo! Safari primär richtet. Irgendwie fragt man sich hier auch ein bisschen wo der "normale Schwierigkeitsgrad" geblieben ist. Während der einfache Schwierigkeitsgrad sich fast von alleine Spielt und mit massig an Zeit den erfahrenen Spieler maßlos unterfordert, wartet der schwere Modus mit knackigen, manchmal fast schon frustverdächtigen Zeitlimits auf. Ein schönes Mittelmaß wäre hier nicht verkehrt gewesen. Also heißt es für euch erstmal ausprobieren. Glücklicher Weise könnt ihr den Schwierigkeitsgrad zu jeder Zeit im Spiel über das Menü verändern.
Habt ihr euren Schwierigkeitsgrad gewählt, könnt ihr euch einen von 4 Spielcharakteren aussuchen der euch im Spiel repräsentieren soll. Ganz demokratisch gibt es hier zwei weibliche und zwei männliche Protagonisten. Nachdem ihr gewählt habt, begrüßt euch auch schon euer Chef zu eurer Ausbildung als Parkranger.
Auf ans Lasso und hinein ins Abenteuer! Das Spiel beginnt auf der Ranch. Dorthin müsst ihr im Laufe des Spiels immer wieder zurück. Denn hier befindet sich euer Quartier – wo ihr euren Spielcharakter nach Herzenslust umziehen und frisieren könnt, die Autowerkstatt mit euren Autos – die ihr hier auch mit diversen neuen Anstrichen und Upgrades "pimpen" könnt und das Gehege – in das ihr gefangene Tiere zum streicheln und gesund pflegen bringen könnt. Habt ihr euren Charakter nach euren Wünschen eingekleidet, werdet ihr ins erste der insgesamt neun Areale gebeten. Also auf in einen eurer zu Beginn zwei Landrovern - später werdet ihr vier dieser Vehikel euer eigen nennen – und ab in die Savanne.
Auf der Fahrt durch die Savanne werdet ihr mit jeder Menge Aufgaben konfrontiert. Darunter jede Menge verschiedene Missionen die als Lichtkegel auf der Spieloberfläche und als roter Punkt auf eurem Radar (der sich rechten Bildschirmrand befindet), angezeigt werden, sowie massig kranke und gesunde Tiere, die nur darauf warten von euch gefangen und wieder gesund gepflegt zu werden.
Um erkennen zu können in welcher Stimmung sich das Tier gerade befindet gibt es eine Vielzahl an Symbolen und Smiles. Alpha Tiere werden durch eine Krone gekennzeichnet und aufgeschreckte Tiere durch ein Ausrufezeichen. Ist ein Tier krank, so könnt ihr dies an einem grünen Thermometersymbol erkennen, zeigt ihr mit dem Cursor der Wiimote auf das Tier, so wird euch angezeigt woran das Tier leidet. Kranke Tiere solltet ihr sofort einsammeln und zum Gehege schicken. Bis zu drei Tiere könnt ihr dort aufnehmen und wieder gesund pflegen. So müsst ihr beispielsweise bei einer Giraffe das Ungeziefer mit einer Pinzette von der Haut sammeln und sie später eincremen oder einem Löwen die Zähne putzen. Wenn euer Tier gesund ist, könnt ihr es noch mit ein paar Streicheleinheiten verwöhnen, ihm einen Namen geben und anschließend wieder in die Freiheit entlassen.
In jedem Areal gibt es eine bestimmte Anzahl an Missionen, habt ihr davon genügend erfolgreich absolviert, so wird der Weg in ein neues, riesiges Areal frei in welchem wieder neue Missionen und Tiere auf euch warten. Insgesamt gibt es fünf Arten von Missionen; Rangermissionen – in denen ihr oftmals Leuten helfen müsst z.B. wenn sie mit ihrem Fahrzeug liegen geblieben sind, Missionen mit Zeitvorgabe - in denen ihr so schnell wie möglich von A nach B fahren müsst, Spezialforschungsmissionen - in denen ihr innerhalb eines Zeitlimits die angeforderten Tiere fangen müsst, Funkmissionen - die durch das Funkgerät aktiviert werden (Steuerkreuz nach oben) und Besichtigungsmissionen wobei ihr Touristen auf eine Sightseeing Tour mitnehmen könnt. Neben diesen Missionen wären da noch diverse Foto Aufträge - in denen ihr alle Tiere in einem Abschnitt in bestimmten Posen fotografieren müsst und Tierpflege Aufträge in denen ihr kranke Tiere gesund pflegen müsst.
Für absolvierte Missionen, gefangene und gesund gepflegte Tiere bekommt ihr Trophäen, Zertifikate, Abzeichen sowie Ranger Punkte. Die Erfolge könnt ihr euch in eurem Pokalregal auf der Ranch anschauen. Eure Ranger Punkte könnt ihr in eurem Quartier und in der Garage ausgeben um euren Charakter oder euer Fahrzeug neu auszurüsten. Es können jede Menge Kleidung und Frisuren in der Garderobe gekauft werden, in Missionen gewonnen oder in der Savanne in Kisten liegend gefunden werden. Auch könnt ihr eure vier Fahrzeuge mit neuen Aufklebern, Reifen und Farbe ausstatten. Eurer Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.
Wenn ihr auf der Fahrt einen tollen Gegenstand finden solltet, den ihr eurem Charakter direkt ausrüsten möchtet, so müsst ihr nicht den oftmals Kilometer weiten Rückweg in Kauf nehmen, sondern könnt mit einem Druck auf den + Button auf der WiiMote im Menü den Punkt "Ranch" anwählen. Dieser wird euch sofort zurück zur Ranch beamen. Alternativ könnt ihr in jedem Gebiet zu einem Außenposten (auf eurem Radar als ein blaues X gekennzeichnet) und dort an der Gebietskarte ein Areal auswählen an das ihr gebeamt werden möchtet - sofern dieses freigespielt wurde.
Die meiste Zeit des Spiels verbringt ihr in eurem Land Rover. Selbst kleine Strecken wie zum Nachbargebäude werden hier im fahrbaren Untersatz zurückgelegt. Daher ist es wichtig, dass die Steuerung gut von der Hand geht. Kindgerecht simpel steuert ihr euer Gefährt mit dem Nunchuck Controller. Durch Druck auf den Z-Button gebt ihr Gas, gelenkt wird mit dem Analog-Stick und die Bremse sowie den Rückwärtsgang schlagt ihr mit einem kurzen oder längeren Druck auf den C-Button ein. Ab und zu braucht der Rückwärtsgang jedoch lange Sekunden bis er merkt, dass er mit einem langen Druck auf die C-Taste gemeint war und setzt sich dann erst langsam und gemächlich in Bewegung.
Tiere fangt ihr in voller Fahrt aus eurem Auto mit einem Lasso ein. Ihr verfolgt dazu ein beliebiges Tier Lasso schwingend- dazu bewegt ihr die Wiimote kreisförmig hin und her- bis der Kreis um das Tier sich weiss verfärbt. Ist der Kreis weiss so werft ihr das Lasso nach dem Fellknäul oder Federvieh, dies macht ihr indem ihr die Wiimote vorwärts bewegt als ob ihr sie wegwerfen wolltet. Habt ihr dies geschafft, beginnt der zweite Teil der Jagt. Das Tier versucht sich nun aus dem Seil zu befreien und läuft weiter vor euch weg - Achtung einige Tiere versuchen auch euer Fahrzeug umzuwerfen. Jetzt müsst ihr im richtigen Maße die B-Taste auf der Wiimote gedrückt halten - da werden Erinnerungen an SEGA Bass Fishing wach - um das Seil einzuholen. Aber aufgepasst, ein zu langer Druck auf die B-Taste lässt das Seil reißen und das Tier befreit sich. Habt ihr das Seil eingeholt so erscheint über dem ersten Kreis ein zweiter - und ihr könnt ein Fangnetz nach ihm werfen. Dazu bewegt ihr wieder die Wiimote nach vorne.
Falls ihr den "leichten Schwierigkeitsgrad" gewählt, müsst ihr euch erst gar keine Gedanken um das Einfangen der Tiere machen, ihr fahrt einfach mit eurem Rover einem Tier hinterher und eure Spielfigur schwingt automatisch das Lasso, ihr müsst nur noch das Seil im richtigen Moment wenn der Kreis um das Tier weiß wird werfen. Das Einholen des Lassos und das Auswerfen des Fangnetzes geschieht ebenfalls automatisch. Ihr müsst euch nur um das Steuer eures Gefährts kümmern.
Während des ganzen Einzelspieler Modus - ausgenommen in einer laufenden Mission - kann sich ein zweiter Spieler mit seiner Wiimote anmelden und so den Coop Modus aktivieren. Nun wird die Steuerung geteilt. Spieler 1 ist fortan für die Steuerung des Fahrzeugs verantwortlich, der zweite Spieler ist für das Einsammeln von Gegenständen mit dem Cursor und das Einfangen von Tieren mit Lasso und Fangnetz verantwortlich. Alle gemeinsam eingesammelten Punkte und Items werden beiden Spielern gutgeschrieben. Auch kann sich der zweite Spieler seinen Spielcharakter personalisieren und so einkleiden, wie er es mag. Neben dem Coop Modus gibt es noch einen Party Modus. Diesen könnt ihr mit bis zu vier Spielern - nur offline im Splitscreen - spielen. Insgesamt könnt ihr aus vier Partyspielen wählen; Straußenrennen, Jamball, Steinehüpfen und Erdmännchen Irrgarten. Alles in Allem sind die Multiplayer Spiele zwar ganz Unterhaltsam fesseln aber auch nicht wirklich an die kleine weiße Konsole. Im Coop Modus die Geschichte zu spielen macht hingegen wesentlich mehr Spaß – ältere Spieler werden sich jedoch schneller gelangweilt fühlen, da die ohnehin schon einfachen Aufgaben nun durch die Abgabe eines Steuerelements noch einfacher werden und sich auf wenige Testendrucke oder Bewegungen beschränkt.
Auf den ersten Blick werden in Jambo! Safari - Die Wildhüter Umweltschutz, Werte und Normen ganz groß geschrieben. Die Tiere werden beim fangen nicht verletzt, sondern gesund gepflegt, es gibt keine Schießereien mit Wilderern und obendrein lernt der Spieler noch Wissenswertes über die verschiedenen Tierarten im Spiel. Aber wenn der erwachsene Mensch genauer hinsieht, offenbart sich die wahre Botschaft des Spiels. Eigentlich verlässt euer Charakter so gut wie nie sein Fahrzeug und anstatt gemächlich von einer zur anderen Mission zu fahren, drängen euch knackige Zeitlimits zum Bleifuß -> also alles andere als umweltschonend. Ihr beginnt gesunde Tiere aus Spaß oder auf der Jagt nach Rangerpunkten zu jagen und nicht selten mäht ihr alles nieder was euch über den Weg läuft. Seltene Büsche oder eine bedrohte Tierart werden einfach angefahren. Aber keine Sorge wenn euch mal wieder ein Nashorn im Weg steht. Außer eines lauten Knalls passiert weder euch, dem Nashorn noch dem Wagen etwas. Manchmal wünscht man sich hier etwas weniger "heile Welt" und etwas mehr Schaden. Auch ist es hier unmöglich zu sterben. Fahrt ihr mit eurem Wagen in tiefes Wasser, so stellt man euch diesen wieder sicher ans Ufer als ob nichts gewesen wäre.
Die Grafik ist nicht wirklich eine Augenweide, jedoch hat man auf der Wii Konsole auch schon weitaus schlechtere Grafiken gesehen. Die weite Sicht ist jedoch ein Pluspunkt. Die Tiere sind recht gut animiert, wirken jedoch beim rennen etwas hakelig. Auch die Animationen der Tiere sind recht begrenzt, so stehen die Tiere entweder an einem Platz oder rennen in immer die gleiche Richtung. Beobachtet ihr die Tiere, so wird euch rein garnichts überraschendes geboten. Das Beobachtete Tier wird entweder dastehen oder in eine Richtung rennen, es wird sich weder hinlegen noch gähnen oder mit einem anderen Tier interagieren. Die Hintergrundmusik ist mit jeder Menge getrommel sehr afrikanisch angehaucht und bringt Savannen Feeling ins heimische Wohnzimmer. Auch die gelegentlich erklingenden deutschen Sprachsamples machen einen vom Sprecher motivierten Eindruck und haben eine gute Qualität. Zwar gibt es in der Musik kaum etwas an Abwechslung, der Nerv-Faktor bei dem ihr euch wünscht eure Finger bis zum Anschlag in euren Ohren zu versenken oder den Ton eures TVs auszuschalten bleibt jedoch trotzdem aus.
Fazit:
Alles in Allem lässt es sich nicht verleugnen, dass sich Jambo! Safari - Die Wildhüter ganz klar an eine sehr junge Zielgruppe richtet. Steuerung, Dialoge und Missionen sind recht simpel gestrickt, leicht verständlich und gehen ohne Probleme von der Hand. Im Gegensatz zum Arcade Klassiker findet man im WiiMake sogar eine kleine, jedoch recht flach gehaltene Geschichte, die für junge Spieler ausreichend ist. Auch der Lernfaktor kommt hier nicht zu kurz, durch Infokarten, die es für jedes im Spiel erscheinende Tier gibt, erfährt der Spieler sogar Wissenswertes zu den einzelnen Tieren. Coop und Multiplayer sind auch recht unterhaltsam. Jambo! Safari ist bei Weitem kein Must-Have, weiß aber durch gute Steuerung, viele Missionen und jede Menge freispielbare Extras zu gefallen. Für jüngere Spieler und jung gebliebene Tierliebhaber ganz klar zu empfehlen, Hardcore Gamer und "erwachsene" Spieler werden sich aber recht schnell unterfordert fühlen und langweilen.
Wertung:

(Erwachsene können von der Wertung 2 Punkte abziehen)
|
Jambo! Safari - Die Wildhüter Launch Trailer
|